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Anfang der siebziger Jahre fasste man bei Messerschmitt den Entschluss, eine Bf 109 mit Daimler-Benz Triebwerk in die Luft zu bringen. Dazu kaufte man die HA-1112 M-1L mit der Werknummer 195, die 1959 in Spanien gebaut wurde und später in einem amerikanischen Museum als "schwarze 8" der I./JG 27 ausgestellt war. Als die Arbeiten im Jahre 1976 aufgenommen wurden, stellte man fest, dass der Rumpf noch aus deutscher Produktion stammte, also ein "echter" Bf 109-Rumpf war. Beim Motor handelte es sich um einen Lizenzbau des DB 605, der 1978 in Schweden erworben und schließlich in Deutschland überholt wurde.
Eine Vielzahl von Problemen drohten das Projekt immer wieder zum Kippen zu bringen, doch am 23.4.1982 war es schließlich soweit und die "Gustav" startete zum Jungfernflug. Bis Mitte 1983 machte sie 49 Flüge und war gern gesehener Gast auf Flugtagen. Am 3. Juni 1983 bricht die Maschine während eines Starts aus und blieb als Totalschaden liegen. Bei MBB beschloss man sich nochmals daran zu machen, das Flugzeug wiederherzustellen. Aus Frankreich erwarb man einen weiteren Ha 1112-Rumpf (Werknummer 156) und in Spanien tauchten plötzlich original Lizenzunterlagen und Konstruktionsunterlagen auf, die den Nachbau beinahe aller Teile der "Gustav" ermöglichten. Der Motor hatte kaum Schaden genommen und konnte nach einer Überholung weiter genutzt werden. Weitere Originalteile wurden beschafft und so gewann die Bf 109 ein originalgetreueres Aussehen. Zudem waren die Flugeigenschaften nach diesem Neuaufbau erheblich besser. Der zweite Erstflug fand schließlich im Juni 1986, drei Jahre nach ihrem Beinahe-Ende, statt. Seitdem tourt das Flugzeug, das nun zur "Messerschmitt-Stiftung" gehört und in einem Hangar der EADS in Manching stationiert ist, durch die Lande und präsentiert sich auf Luftfahrtschauen in Europa.
Auf der ILA 2002 in Berlin kam es dann beinahe zur Katastrophe. Während eines Vorführfluges zog die FM+BB plötzlich eine Rauchfahne hinter sich her und Walter Eichhorn musste den Warbird mit "stehender Latte" landen. Ist die Bf 109 so schon ein unbequem zu fliegendes Flugzeug, so ist die Leistung des Piloten umso höher zu bewerten. Zwar gelang die Landung, der Motor war jedoch hinüber. Was war passiert? Mit der Zeit hatte sich Ölkohlestaub auf der Kurbelwelle abgelagert. Dadurch lief sie unrund und so kam es dazu, dass schließlich ein Pleuel den Motorblock durchschlug und ein faustgroßes Loch hineingerissen hatte! Die Reparatur - das heißt der Austausch des Motors - sollte bis Anfang 2003 geschafft sein, doch es dauerte bis in den Herbst 2004, ehe die FM+BB wieder abhob. Ihren ersten größeren Auftritt auf einer Flugshow hatte die Maschine dann auf der Hahnweide am 2. September 2005. (3 Min Video)
Text:
Mit freundlicher Genehmigung von adlertag.de
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