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Der Bedarf an neuen Schulflugzeugen für die US Armee führte den Konstrukteur Lloyd Stearman im Jahre 1934 zur Entwicklung und zum Bau des "Stearman" Prototyps unter der Bezeichnung X-70. In diesem Jahr wurde auch die Firma Stearman Aircraft Company von Boeing gegründet. Der Prototyp erwies sich als sehr robust mit und mit guten Flugeigenschaften. Daher wurde er noch im 1934 von der US Navy als Basistrainer für Anfänger ausgewählt, obwohl dieses Doppeldecker-Design schon zu damaliger Zeit als veraltet galt.

Die erste Bestellung der US Navy folgte 1934, jedoch mit der Auflage, dass man die in den Beständen der Navy vorhandenen Sternmotoren Wright-J5 bzw. Wright R-790-8 verwenden sollte. Diese Serie ging an die US Navy als Modell NS-1 (Herstellerbezeichnung Modell 73). Die ersten Bestellungen des verbesserten Modells 75 wurden seitens der US Armee im Jahre 1936 in Auftrag gegeben. Die Gesamtproduktion des Modells 75 belief sich in den Jahren 1934 - 1945 auf etwa 8.500 Flugzeuge.
Laut Boeing betrug die Höhe der Produktionszahlen für diese Periode jedoch etwa 10.346 Stück. Darin eingeschlossen sind jedoch ebenfalls die Produktion der Ersatzteile und deren Komponenten.

Es entstanden weitere zahlreiche Varianten. Der Unterschied lag jedoch hauptsächlich im verwendeten Antrieb. Boeing Stearman wurden ausgerüstet mit Sternmotoren von Lycoming (PT 13), Continental (PT 17) oder Jacobs (PT 18). Die Navy-Versionen hatten auch ein arretierbares Spornrad gegenüber dem voll steuerbarem Spornrad der Armee-Versionen.Die hauptsächlich verwendeteten Propeller waren: Sensenich, McCauley und Hamilton Standard. Die Flugzeuge wurden ab 1939 unter der offizieller Bezeichnung Boeing Modell 75 gebaut. Es setzte sich aber der Name Stearman 75 durch.

Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele Flugzeuge mit dem Antrieb von Pratt & Whitney (450 HP) aufgerüstet und fanden dann die Verwendung als landwirtschaftliche Sprühflugzeuge, im Kunstflug oder bei "Wing-Walking Shows" in zahlreichen Airshows. Die Konstruktion, die gestaffelten Tragflächen mit fast gleicher Länge, ein unverstrebtes und solide dimensioniertes Hauptradwerk mit verkleideten Ölfeder-Stoßdämpfern, N-Streben und eine im Originallzustand fehlende Verbindung (connector) zwischen den Querrudern - beschreiben die typischen Merkmale einer Stearman. Dieser robuste zweisitzige Doppeldecker war eine Mischkonstruktion: das einstielige Tragwerk war primär aus Holz konstruiert und mit Stoff bespannt. Die Zelle wiederum bestand aus einem Stahlrohrgerüst, welches ebenfalls in weiten Teilen mit Stoff bespannt wurde.
 
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