Suche nach Flugzeug


 Zurück zur Übersicht
 
Wo jeder flügge werden kann... : 12. Flugplatzfest in Bottenhorn

Prächtige Oldtimer und hochgezüchtete Kunstflug-Boliden


BAD ENDBACH-BOTTENHORN
Die Wetterprognosen sind ja nicht gerade berauschend, aber irgendwie hatten die Bottenhorner Luftsportler in den vergangenen Jahren (fast) immer Glück. Nur 2006 hätten sie auf ihrem im Schatten des Fernsehturms Angelburg gelegenen „Airport“ Wasserski fahren können. Deshalb steht Petrus diesmal auch in der Pflicht, für bessere Bedingungen zu sorgen. Die Piloten des kleinen Bad Endbacher Ortsteils bitten zu ihrem traditionellen Flugplatzfest – zum zwölften Male mittlerweile. „Großkampftag“ in dessen Rahmen ist traditionell der Himmelfahrtstag, dessen Bezeichnung dann jeweils wörtlich genommen werden kann.

Im Luftraum des Hinterlands wird es an diesem Feiertag erfahrungsgemäß eng. Zahlreiche prächtige Oldtimer, die aus allen Teilen des Bundesgebiets angebrummt kommen, geben sich bei dieser Gelegenheit über diesem beschaulichen Teil des Lahn-Dill-Berglands ein Stelldichein, außerdem auch viele Maschine jüngeren Datums, konventionelle ebenso wie außergewöhnliche.
Beginn ist am Donnerstag um 10 Uhr Vormittag. Motto: Erst fängt es ganz langsam an, aber dann. Fortgesetzt wird die „aerotische“ Party am Sonntag zur gleichen Zeit, während am Freitag (18. Mai) der Hangar bebt. Dann findet hier ab 20 Uhr die traditionelle Flieger-Rock-Nacht statt, von der sich die Gastgeber dann ab Samstag erstmal erholen müssen und dürfen.

Die Programmkonzeption hat sich in den vielen Jahren zuvor bewährt. Das Publikum erwartet spannende, teils atemberaubende Flugvorführungen, hat aber seinerseits auch Gelegenheit, es den „tollkühnen Männern in ihren fliegenden Kisten“ gleich zu tun – als Passagier, versteht sich. Nahezu alle teilnehmenden Flugzeuge stehen auch zu Rundflugzwecken bereit. Und wo hat man denn schon die Möglichkeit, in einem historischen, offenen US-Navy-Doppeldecker vom Typ Boeing Stearman, einer Harvard T-6 oder einer pfeilschnellen SIAI-Marchetti abzuheben. Letztere wird übrigens von Ralf „Macho“ Niebergall gesteuert, der in Bottenhorn schon so etwas wie Heimvorteil genießt. Ebenso zählen auch fast alle anderen Teilnehmerpiloten hier zu den Stammgästen. Allen voran Dirk Rammelsberg, der mit seinem sechs Passagiere fassenden Helicopter vom Typ AS 350 vom Siegerlandlfughafen heranrotiert, um sich mit seinen Passagieren den Hinterländer Himmel zu schrauben. Nervenstarke Besucher können ferner mit speziell dafür konstruierten Segel- und Motorflugzeugen Kunstflüge absolvieren.

Auf der Besetzungsliste des Showprogramms finden sich darüber hinaus eine YAK 18, ein Focke-Wulf Stieglitz, eine kleine, wendige Pitts Special und gleich zwei betagte Bücker-Jungmanns. Etwas jüngeren Baujahrs ist die Extra 300 S, mit der Mike Rottland heranjagt. Dieses Flugzeugmuster zählt zu den leistungsstärksten Kunstflugmaschinen der Welt, und was das bedeutet, will das Mitglied der Deutschen Nationalmannschaft den Besuchern bei dieser Gelegenheit auch nachhaltig demonstrieren.
Erstmals wird in diesem Jahr ein geringes Eintrittsgeld erhoben, um den gestiegenen Treibstoffpreisen Rechnung zu tragen. Aber mit 2,50 EUR (Erwachsene) sind und werden die Besucher allemal gut bedient. Das Preis-Leistungs-Verhältnis dürfte allemal stimmen. (Text: Jürgen Heimann)

 
Biplanes.de Air-To-Air