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Diese Aufnahmen (Copyright: NIAMA-FILM) vom Set des Films "The Red Baron" wurden uns freundlicherweise von Sandra Paule (LimeLight PR, Berlin) zur Verfügung gestellt. Einige der Fotos sind in größerer Verion auf der Red Baron Homepage zu sehen. Einzelne der hier gezeigten Aufnahmen gibts jedoch nur bei uns, worüber wir uns sehr freuen!

Das Film-Set existiert nicht mehr. Der Dreh der Realszenen ist abgeschlossen. Z. Zt. läuft die Produktion der CGI Sequenzen auf Hochtouren.

Hier ein Auszug aus dem ersten RB Newsletter:

....The Visual Effects guys will most likely be an interesting crowd to hang out with, they're the ones who make the magic happen these days: They're building and animating all the digital models, like airplanes, clouds and stuff like that. I guess, they're gonna be busy for quite a while, after all, you people should not be able to tell what’s fake and what’s real when the movie is done. When I think about all the green- and blue-screen stuff we shot in Prague, plus all the sets that are gonna get artificially extended, I really get dizzy - they have to retouch each of these scenes frame by frame ..




Biplanes.de Filmkritik

„Das ist nicht so unser Renner!“ So die kühlen, knappen Worte der Dame der Kartenreservierung am Telefon. Klar! Wer kennt heute schon Manfred Freiherr von Richthofen, seine berühmte JASTA11 oder seinen „Flying Circus“ wie die Alliierten seine Jagdstaffel tauften.

Es ist gerade in Deutschland eher eine Seltenheit, wenn man einen Menschen nach DEM deutschen Fliegerass des 1 Weltkrieges fragt und als Antwort:“Sicher kenne ich Richthofen!“ erhält. Ich habe selbst in den vergangenen Wochen diese Frage testweise dutzenden Menschen gestellt und sehr oft nur fragende Blicke geerntet. „Manfred von wer? Muss man den kennen?“

Ein seltsames Phänomen, denn wenn man die gleiche Frage in Frankreich, England oder gar den USA stellt, erzählt einem manch 15jähriger gleich den kompletten Lebenslauf des deutschen Fliegerasses, welcher bestätigte 80 Feindflieger abschoss.

Traurig, wenn man bedenkt, dass dieser Mann nicht einfach nur ein deutscher Jagdpilot war! Er war ein Held seiner Zeit! Als Manfred von Richthofen aufwuchs und lebte waren Werte und Traditionen wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens. Dinge, welche uns Deutschen heute leider abhanden gekommen sind oder auch weggenommen wurden.

Nicht falsch verstehen!
Ich bin kein „ewig gestriger“ der alten preußischen Militär-Traditionen nachtrauert, doch spätestens nach dem 2. Weltkrieg hat man uns Deutschen erfolgreich jeglichen Nationalstolz ausgetrieben und damit auch den Grundstein des Vergessens gelegt.....aber lassen wir das hier ruhen! Dies soll an anderer Stelle ausdiskutiert werden.

Doch zurück zum Film:

„Matthias Schweighöfer mimt von Richthofen anfangs ein wenig zu jungenhaft, zu unbeschwert“.
So liest man es in diversen Kritiken. Aber ist das richtig? War Manfred von Richthofen, welchen man ansonsten als nachdenklichen, zurückgezogenen jungen Mann beschrieb, wirklich so?

In Karl Bodenschatz Buch „Jagd in Flanderns Himmel“ wird Manfred von Richthofen genau so beschrieben! Eine Szene im Film zeigt z.B. wie von Richthofen einen seiner schlafenden Kameraden übermütig aus seiner Hängematte kippt.

Bodenschatz (Richthofens Adjutant 1917-18) notiert am 21.April 1918 (Richthofens Todestag) in seinem Buch:

“...Er kippt eine Tragbahre plötzlich um, auf die sich der Leutnant Wenzl zu einem zünftigen Nickerchen niedergelegt hat und als ein anderer müder Erdensohn sich ahnungslos ebenfalls zu einem Nickerchen auf die freie Bahre legt, kippt der Rittmeister auch diesen Jüngling in den Frühlingsdreck. Dafür befestigen einige, die diesen privaten Eingriff in das Schlafrecht ihrer Kameraden blutig rächen wollen, einen Bremsklotz an der Rute von Moritz, Richthofens Dogge, so dass die gekränkte Kreatur höchst geknickt bei ihrem Herrn Trost und Anerkennung sucht...“

Von übertriebener Jungenhaftigkeit und Unbeschwertheit in Form der schauspielerischen Leistung Schweighöfers kann hier also nicht die Rede sein! Es entspricht der Wahrheit! Doch so imposant diese Szene zeigt, wie detailverliebt Nikolai Müllerschön (Regie) ist, so sehr lag er doch bei manch anderen Szenen meilenweit, wenn nicht sogar peinlich daneben!

Allen voran die Szene in der Cpt. Roy Brown (Joseph Fiennes) in seinem zweisitzigen Aufklärer von Richthofen abgeschossen wird! Diese gehört, ebenso wie der Smalltalk im Niemandsland zwischen Richthofen und Brown wie auch die als Aufhänger des Films verwendete Liebesromanze mit Käthe Ottersdorf (diese Krankenschwester gab es allerdings wirklich), ins Reich der Müllerschönschen Fabeln. Ohne diese fiktive Liebesgeschichte wäre die Geschichte von Richthofens allerdings auch nur schwer verfilmbar gewesen.

Als absolutes Highlight empfand ich jedoch die detailliert, in allen damals üblichen knallbunten Lackierungen, dargestellten Flugzeuge! Wenn auch die CGI Flieger teilweise knackige „High G“ Manöver hinlegten, welche bei mir ungläubiges Erstaunen auslösten. Die computergenerierten Landungen einzelner Flugzeuge ließen ebenfalls teilweise zu wünschen übrig. Es sah aus, als ob sie an einer unsichtbaren Leine gezogen wurden um sie dann per Hand sanft auf die Graspiste zu setzen.

Auch die unterschiedlichen Flugzeugtypen (Albatros DIII, SPAD, SE5a, RE8, Fokker Dr1, Sopwith Camel, Curtiss Jenny, Beobachtungs-Ballone auf beiden Seiten, Handley Page Bomber) begeistern in ihrem Detailreichtum. Manche Puristen werden natürlich wieder laut schreien:“Aber es fehlten noch diese und jene!!“. Natürlich fehlten sie, aber irgendwo muss man auch einen Strich ziehen. Gegen die teilweise einfallslosen CGI Flugzeuge im Film „Flyboys“ (eine komplette Staffel roter Dreidecker!!) sind die hier gezeigten Maschinen an Detailreichtum fast nicht zu übertreffen!

Bedrückend real sind auch die Szenarien in den Schützengräben der Front. Man zeigt gerade eben so viel Elend, Dreck, Verwundung und Tod, dass man das Gefühl hat:“O.k. nun reicht es! Die Anti-Kriegs Message kommt rüber!“ Es braucht hier keine zweite „James Ryan“ Eröffnungssequenz!. Ebenso die Verbohrtheit der Befehlshaber, allen voran der Kaiser, welche nicht zögerten tausende und abertausende Menschenleben für einen lächerlichen Landgewinn von wenigen Metern zu opfern ist ein weiterer Teil der Botschaft des Films.

Auch das Ende des Films überrascht!
(wer ihn noch nicht gesehen hat überspringe bitte die nächsten 3 Absätze)

Kein High Noon, kein letzter blutiger Kampf in den Wolken auf Leben und Tod! Kein Hollywoodreifes letztes Aufeinandertreffen der Kontrahenten Richthofen und Brown. Dieser letzte Kampf fand zwar am 21. April 1918 wirklich statt, der Ausgang und die Umstände von Richthofens Tod konnten jedoch bis zum heutigen Tag nicht 100%ig geklärt werden. Im Film sieht man Richthofens letzte ausgelassenen Stunden mit seinen Staffelkameraden, wie er sich für den nächsten Feindflug bereit macht und nochmals nachdenklich aus dem Cockpit seiner Fokker zu seiner Geliebten Käthe hinübersieht. Blende! Schnitt!

Ein Wagen fährt auf einem Feldweg einen Hügel hinauf auf welchem Richthofens Grab liegt. Aus dem Wagen steigen aus: Cpt. Roy Brown und Käthe Ottersdorf (Lena Headey)! Wieder frei erfunden oder hat es dies vielleicht doch wirklich gegeben? Eher nicht! Zumindest ist nichts darüber verzeichnet worden...

Gerade deshalb ist diese Art den Film zu beenden meiner Meinung nach vollkommen richtig gewählt. Man geht heute davon aus, dass Richthofen eher von einem australischen MG Schützen vom Boden aus, als von Cpt. Roy Brown abgeschossen wurde welchem damals der Sieg über Manfred von Richthofen zugesprochen wurde.

Fazit:

Wer sich diesen Film ohne Hintergrundwissen ansieht, dem wird der falsche Ablauf der Dinge vermittelt. Vieles ist Fiktion und zeugt von schlechter bis keiner fundierten historischen Recherche! Auf der einen Seite wird Wert auf 100%ige Authentizität gelegt (Farbgebung, Detail- und Typenreichtum der Flugzeuge) und andererseits verhaspelt man sich mit erfundenen Begebheiten welche so nie stattgefunden haben.

Hier hat man keine Mühen und Kosten gescheut einen Film zu drehen, bei dem man zwar einerseits ein Auge zudrücken, sich andererseits jedoch auch gestehen muss, dass eine Realverfilmung von Manfred von Richthofens Leben als Jagdpilot im 1. Weltkrieg nur schwer möglich ist.

Den perfekten Film über Rittmeister Manfred Freiherr von Richthofen, wird es niemals geben. Schaut Euch diesen hier an und urteilt selbst...



 
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