Rickenbacker Airfield, Columbus, Ohio, USA im September
2007
The
Gathering of Mustangs and Legends
(www.gml2007.com)
Fotos
und Bericht von
Howard Green.
Der
Veranstalter nennt dieses Treffen auch zutreffenderweise
"The Final Roundup", denn es geht nicht
nur um das Flugzeug P 51, sondern es geht auch um
die Männer und Frauen die dieses Flugzeug im
zweiten Weltkrieg flogen. Nicht nur aus Zufall heraus
fällt der Termin auch mit dem 60ten Geburtstag
der United States Airforce zusammen. Aus diesem Grund
nahm die US Air Force mit atemberaubenden Vorführungen
an dieser Veranstal- tung teil.
Die
Geschichte der North American P 51 "Mustang"
Die
Royal Air Force trat im Jahre 1940 an North American
heran um sie als potentiellen Lieferanten für
die Curtiss P-40 zu nutzen. Anstatt aber nur Lizenzbauer
zu sein, entschied sich North American zur Konstruktion
eines eigenen Entwurfs. Innerhalb von 120 Tagen war
man in der Lage ein neues Flugzeug zu konstruieren
und zu bauen. Der Erstflug fand am 26.10.1940 statt.
Es stand von Anfang an fest, dass North American ein
großer Wurf gelang. Das laminare Flügelprofil,
der zentrale, unter dem Rumpf angebrachte "Radiator"
und weitere sehr fortschrittliche Details machten
den zu diesem Zeitpunkt NA-73 genannten Entwurf zu
einem aerodynamischen Wunder.
Der
wunde Punkt der Konstruktion war aber der amerikanische
Motor von Allison. Die Briten schlugen deshalb vor,
die NA 73 mit einem Rolls Royce "Merlin"
auszurüsten, der ja schon in der berühmten
Spitfire seinen Dienst tat. Dies war die Geburtsstunde
der Mustang, die Luftfahrtgeschichte schreiben sollte.
Der
Rolls Royce Merlin ist ein 12 Zylinder Reihenmotor
mit 27 Litern Hubraum und einer Maximalleistung von
1650 PS. Seit der Einführung des Merlin im Jahre
1937 wurden bei Rolls Royce mehr als 100.000 davon
gebaut. Die amerikanische Firma Packard baute noch
einmal 60.000 dieser Triebwerke unter Lizenz von Rolls
Royce.
Wie
mir der Pilot einer P-51 auf dem Treffen erzählte,
bevorzugt man in den USA den von Packard gebauten
Motor. Nicht nur wegen "buy American", sondern
ganz einfach aus dem Grund heraus, dass Packard die
Motoren in einer "assembly line" baute.
Die Teile waren untereinander austauschbar, industriell
gefertigt, die Toleranzen entsprechend dafür
ausgelegt. Die Rolls Royce Motoren waren "Handwerk",
jeder einzeln auf die Teile, die im jeweiligen Triebwerk
verwendet wurden, abgestimmt. Die Teile von Motor
zum Beispiel 2347 passten nicht mit den Teilen des
Motors 3560 zusammen.
Die
amerikanische Army bekam im März 1943 die ersten
P-51 A, die noch mit einem Allison V-1710-81 Triebwerk
ausgerüstet waren. Die Höchstgeschwindigkeit
betrug 390 mph (627 km/h) in 20.000 ft. Ab dieser
Höhe ging dem Triebwerk sprichwörtlich die
Luft aus. Aus diesem Grund wurden auch nur 390 Stück
gebaut. Dann
rüstetet man das Flugzeug mit dem Merlin V-1650
aus. Die Geburtsstunde der P 51-B. Erstflug dieser
Version war im Mai 1943. Der "two speed supercharger"
des Merlin erlaubte der B Mustang in 35.000 ft die
gleichen Leistungen wie in Bodennähe.
Aus
Kapazitätsgründen entschied man sich, das
Flugzeug nicht nur mehr in Inglewood, CA zu bauen, sondern
man nutzte auch das North American Werk in Dallas, Texas.
Dies war die Geburtsstunde der "C" Mustang,
die absolut baugleich zur "B" Mustang war.
Nach
Erfahrungsberich- ten der Piloten entschied man sich
bei North American zu einigen Modifikationen, deren
auffälligste die Haube war. Die "teartrop
bubble canopy" erlaubte dem Piloten ein sehr gute
Rundumsicht. Auch die Fläche wurde modifiziert,
die Querruderspalte wurde abgedichtet und man installierte
jetzt 6 Maschinengewehre in den Flächen.
Das
"neue" Flugzeug kam gerade recht um im Jahr
1994 an der "D-day" Invasion teilzunehmen.
Von nun an nannte man die Mustang auch "The Cadillac
of the Sky". Mit einer Geschwindigkeit von maximal
505 mph (812 km/h), einem Aktionsradius von 325 Meilen
(750 Meilen mit abwerfbaren Aussentanks) konnte es
die Mustang jetzt mit jedem feindlichen Jäger
in jeder Höhe aufnehmen. Von England aus gestartet
konnte die Mustang bis weit hinein nach Deutschland,
und damit Jagdschutz für die "Fliegenden
Festungen" fliegen.